Regulatorische Anforderungen als Ausgangspunkt
„Schritt eins sind die regulatorischen Vorgaben von Behörden, Wirtschaftsprüfern und Banken“, sagt Schulze. „Diese Anforderungen sind oft komplex und führen dazu, dass KMU viel Zeit und Geld in die Verwaltung investieren.“ Eine ESG-Software kann helfen, den Prozess zu erleichtern, indem sie die erforderlichen Daten zusammenführt und strukturiert. „Es ist im Grunde ein Data Warehouse für alle ESG-Daten. Diese sind in Unternehmen oft über verschiedene Abteilungen verteilt. Die Software bringt sie zusammen, sodass die zuständigen Mitarbeiter eingeben können.“
Gerade KMU haben oft nur begrenzte Ressourcen für ESG-Reporting. „Die Software sollte nicht nur helfen, den regulatorischen Kopfschmerz zu verringern, sondern auch Kosten im Personalbereich sparen“, betont Schulze. „Oft stellt sich die Frage: Wer fragt mich nach ESG? Die Antwort ist meist: Banken, Investoren oder große Kunden. Eine Software sollte daher nicht nur Daten verwalten, sondern auch klare Informationen liefern, welche Anforderungen für das jeweilige Unternehmen relevant sind.“
Abhängigkeit von Großunternehmen als entscheidender Faktor
„Der Druck kommt vor allem von den großen, gelisteten Unternehmen“, erklärt Schulze. „Wenn ein KMU Zulieferer für einen Konzern ist, kann es sein, dass dieser bald ESG-Nachweise verlangt. Ohne diese Nachweise könnten Aufträge wegfallen.“ Die Branche spielt dabei eine wesentliche Rolle: „Die Abhängigkeit von Großunternehmen ist der größte Faktor. Kunden und Banken honorieren zudem Unternehmen mit einem guten ESG-Score mit besseren Konditionen.“
Software als flexible Lösung
Nicht jede ESG-Software ist für alle Unternehmen gleich gut geeignet. „Es gibt zwei wesentliche Variablen: Unternehmensgröße und Branche“, so Schulze. „Wenn ich keinen Mitarbeiter für ESG habe, muss ich mehr automatisieren. Gleichzeitig müssen branchenspezifische Anforderungen berücksichtigt werden. Ein Holzhandel muss andere Daten liefern als ein Schraubenhersteller.“ Zudem spielen internationale Unterschiede eine Rolle: „Wer national tätig ist, hat andere Berichtspflichten als ein multinationales Unternehmen.“
Künstliche Intelligenz als Hilfsmittel
Ein klarer Trend ist der Einsatz von KI in ESG-Software. „Die meisten ESG-Softwares haben mittlerweile einen KI-Assistenten integriert“, erklärt Schulze. „Das hilft enorm, insbesondere kleineren Unternehmen, die nicht die Ressourcen haben, um eigene ESG-Experten einzustellen.“
Viele KMU hoffen, das Thema aussitzen zu können. Doch Schulze warnt: „Die ESG-Berichtspflichten werden sich weiter verschärfen. Eine falsche Annahme ist, dass China hier keine Rolle spielt. Tatsächlich erhöht China die Anforderungen gerade. Es ist eine globale Markttransformation, mit der jedes KMU seinen Umgang finden darf.“
Unterstützung durch Förderprogramme und Startups
„Es gibt zahlreiche Förderprogramme, die Unternehmen bei der Einführung von ESG-Software unterstützen“, sagt Schulze. „Ein guter Startpunkt ist der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der kostenfrei vom Bund bereitgestellt wird. In NRW gibt es zudem Ecocockpit, um CO2-Emissionen kostenlos zu berechnen. Darüber hinaus gibt es Startups, die ESG-Lösungen speziell für KMU günstig anbieten.“
Trotz der positiven Konnotation von ESG gibt es auch Kritik. „Viele Anbieter verdienen gutes Geld mit ESG“, sagt Schulze. „Ein Beispiel sind die Anbieter von ESG-Ratings, die vor allem von großen Unternehmen genutzt werden. Unternehmen müssen dort Geld zahlen, um einen Fragebogen auszufüllen und ESG-konform zertifiziert zu werden. Das ist ein fragwürdiges Geschäftsmodell.“
Alternativen gibt es jedoch: „Unsere Software, Sustaind, ist speziell für KMU entwickelt und hilft, ESG-Anforderungen effizient umzusetzen. Wer noch keine Software nutzen will, kann erst einmal mit kostenlosen Lösungen beginnen. Wichtig ist, dass Jedes KMU für sich verstehen darf, welchen Einfluss ESG auf das Geschäft hat – und entsprechende Prozesse aufbaut.“
Der Druck von Großunternehmen und Banken wächst, und die gesetzlichen Anforderungen steigen. Eine ESG-Software kann helfen, den bürokratischen Aufwand zu reduzieren und gleichzeitig Wettbewerbsvorteile zu sichern. „Weniger Bürokratie, mehr Zeit für das Wesentliche – das sollte das Ziel sein“, betont Schulze. Wer sich jetzt vorbereitet, wird später davon profitieren.
Warum ESG-Management-Software?
Mit der zunehmenden Bedeutung von nachhaltigem Wirtschaften und Corporate Social Responsibility (CSR) in der Unternehmenswelt gewinnt das Thema ESG (Environment, Social, Governance) stetig an Bedeutung. Unternehmen müssen ihre Umweltauswirkungen, sozialen Maßnahmen und ihre Unternehmensführung dokumentieren und regelmäßig verbessern, um den Anforderungen von Investoren, Kunden und Zertifizierungsstellen gerecht zu werden.
Wichtige Funktionen von ESG-Management-Software
ESG-Softwarelösungen bieten eine Vielzahl an Funktionen. Die wichtigsten darunter sind:
- Nachhaltigkeitsdatenmanagement: Verwalten von Informationen zu CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Arbeitsbedingungen.
- ESG-Berichterstattung: Erstellung von Berichten, die den internationalen Standards entsprechen und für Investoren sowie Zertifizierungsstellen relevant sind.
- Compliance und Risikomanagement: Verfolgung von Regulierungen und potenziellen Risiken im ESG-Bereich.
- Integrationen: Viele dieser Lösungen lassen sich direkt mit anderen-Plattformen verknüpfen, um Daten nahtlos einzureichen.
EcoOnline
EcoOnline bietet ein ESG-Managementsystem, das Unternehmen bei der Verwaltung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten unterstützt. Die Software erleichtert die ESG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung mit maßgeschneiderten Einblicken. Sie verfügt über eine benutzerfreundliche Oberfläche und automatisiert zeitaufwändige Aufgaben.
- Kosten: Die genauen Kosten werden auf der Website nicht angegeben.
- Vorteile: Benutzerfreundliche Oberfläche mit einfacher Integration in bestehende ESG- und Nachhaltigkeitsprozesse.
- Nachteile: Keine spezifischen Nachteile gefunden.
- URL: https://www.ecoonline.com/esg-software/
Metrio
Metrio unterstützt Unternehmen bei der Verwaltung von ESG-Daten und der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Die Software bietet gute Berichterstattungsfunktionen, die für Unternehmen mit hohen Reporting-Anforderungen vorteilhaft sind. Es ist jedoch eine Einarbeitung erforderlich, und die Kosten sind höher.
- Kosten: Ab 5.000 €/Jahr.
- Vorteile: Sehr gute Berichterstattungsfunktionen, die besonders für Unternehmen mit hohen Reporting-Anforderungen geeignet sind.
- Nachteile: Einarbeitung nötig, hoher Preis.
Greenstone
Greenstone bietet cloud-basierte Lösungen für die Verwaltung von Nachhaltigkeits- und ESG-Daten.ie Software punktet mit gutem Datenmanagement und flexiblen Berichtsmöglichkeiten. Im Mai 2023 wurde Greenstone von Cority übernommen, was zu erweiterten ESG-Lösungen geführt hat.
- Kosten: Variieren je nach Unternehmensgröße.
- Vorteile: Gutes Datenmanagement mit flexiblen Berichtsmöglichkeiten.
- Nachteile: Benötigt umfassende Dateneingabe.
- URL: https://www.cority.com/greenstone-is-now-part-of-the-cority-family/
Workovia
Workiva bietet eine cloudbasierte Plattform, die komplexe Berichtsprozesse, einschließlich ESG-Offenlegungen, vereinfacht. Die Software ermöglicht nahtlose Integration mit Finanzdaten, kollaborative Berichtsfunktionen und bietet einen umfassenden Prüfpfad.
- Kosten: Variiert je nach Unternehmensgröße und spezifischen Anforderungen.
- Vorteile: Nahtlose Integration mit Finanzdaten und kollaborative Berichtsfunktionen.
- Nachteile: Implementierung kann für kleinere Unternehmen ressourcenintensiv sein.
- URL: https://www.workiva.com/